Buche

Die Buche (Fagus sylvatica) spendet mit ihren Blättern viel Schatten, hält dadurch den Waldboden auch im Sommer feucht und düngt ihn später mit ihrem Laub. Aufgrund dieser Fürsorge wird die Buche liebevoll auch „Mutter des Waldes“ genannt. Die Baummythologie verbindet die Buche mit Energie, Ordnung, Ruhe und Klarheit.

Das harte, kraftvolle und widerstandsfähige Holz verlangt aufgrund seiner natürlichen Kraft viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl bei der Verarbeitung.  Durch das vorsichtige, schonende Dämpfen des – in frisch geschnittenem Zustand sehr hellen – Holzes im eigenen Saft bekommt die Buche eine zart hellbraune Tönung und nimmt durch die Behandlung mit natürlichem Öl eine kräftigere, an Zimt erinnernde Farbe an.
Außerdem bewirkt der Dämpfprozess, dass das Buchenholz bei wechselnder Luftfeuchtigkeit (Sommer/Winter) deutlich weniger quillt und schwindet.

Dieses klassische Möbelholz zeichnet sich durch elegante, gleichmäßige Maserung aus, die ruhig, elegant, edel und zurückhaltend wirkt. Ich achte auf eine strenge Sortierung mit möglichst wenig Ästen.

 


Eiche

Eiche (Quercus spp.), das widerstandsfähigste europäische Holz, ist seit jeher Ausdruck von Qualität, Kraft und Energie. Wie kein anderes Möbelholz symbolisiert es Beständigkeit, Verlässlichkeit, Geduld, Voraussicht und Wahrheit. Und: Eiche ist dauerhaft. Massive Eichenmöbel können mehreren Generationen dienen, ohne ihre Funktion einzubüßen.

Eichenholz ist aufgrund seiner hohen Dichte massiv und sehr hart. Es hat eine deutliche, markante, dennoch ruhige Maserung. Insgesamt aber erscheint es lebendiger und abwechslungsreicher als etwa die Buche.

Ich verarbeite in meiner Schreinerei hochwertige, ausschließlich europäische Eiche. Das harte Holz stellt hohe Ansprüche an die Verarbeitung und damit an die Sorgfalt des Schreiners.

Imagewandel

In allen Epochen – von der Gotik über die Renaissance bis ins 20. Jahrhundert – wurden Inneneinrichtungen und Einzelmöbel in Europa bevorzugt aus Eichenholz hergestellt. Vor allem in Deutschland und Österreich gilt die Eiche als traditionelles Tischlerholz. Früher waren die besten Möbel und Parkettböden aus Eiche, sie wurde in der Wertschätzung sogar mit dem in unseren Breiten weit selteneren Nussbaum gleichgesetzt.

Doch sind diese „alten“ Möbel und Wandverbauten aus Eiche meist schwer und klobig im Stil, dunkel und bisweilen bedrohlich. Befreit man aber die Eiche von dieser Behäbigkeit und gibt ihr zeitgemäße Formen, ist sie das ideale Holz für moderne, schlichte, dennoch sehr „präsente“ Möbel. So wird die Eiche heute nicht nur im Möbelbau, sondern als Design-Element auch im Ladenbau, in Bars, Restaurants und Hotels eingesetzt. Wer hätte noch vor zehn Jahren gedacht, dass die historisch „belastete“ Eiche heute wieder so selbstverständlich eingesetzt werden wird?